Full Tilt Booter von Amazon.de

Alle Jahre wieder/

Kommt das Christuskind/

usw. usf.

Naja dieses Jahr kam bisher leider nur der Osterhase. Dieses Mal allerdings nicht mit angemalten, sondern mit rasierten Eiern :-)

Gebracht hat er meinem Brüderlein ein neues Paar Schuhe, genauer gesagt ein Paar Skischuhe, noch genauer gesagt ein Paar Full Tilt Booter von Amazon.de für ~130 €uronen (inkl. Versand).

FT Booter

FT Booter in seiner vollen Pracht

Auch wenn die Neuauflage der alten Raichles keine Weltneuheit mehr ist, dachte ich mir, vielleicht ist so ein Laien-Report interessant für diejenigen, die das Teil (also den Boot) noch nicht in der Hand hatten und zu faul sind ihn Just4Fun zu ordern. Warum der Schuh so aussieht wie er aussieht dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Falls nicht, bitte HIER oder HIER klicken!

Vorweg: ich konnte das Ding bisher leider nicht fahren, daher sind das im folgenden optische und haptische (welch Wortgewandtheit) Eindrücke. Vergleiche sind immer zu folgender Schönheit gezogen:

Salomon Foil 06/07

Salomon Foil 06/07

Meinem guten alten Salomon Foil aus der Saison 06/07, den ich bisher geschätzte 60-70 Skitage gefahren bin. (Salomon-spezifischer) Flex ist “85″. Weiterhin ist es die schlichte und altbewährte 4-Schnallen-Bauweise.

Nun gut. Als erstes die FTs ausgepackt aus der Verpackung. Erster Eindruck: fresh nigger ;-) Übersetzt bedeutet das, das die Farben schick sind und der Schuh auch sonst einen guten und soliden Eindruck macht, zumindest im geschlossenen Zustand (s. 1. Foto). Beim Öffnen der Pandorabyxxe kam dann das zum Vorschein, was viele FT-Eigentümern negativ beurteilen: die Verarbeitung.

Come in!

Come in!

Aber der Reihe nach: zu allererst fällt einem die riesige, mit einer “2″ beklebten Zunge ins Auge (Aua!). Das ist der Full-Tilt-spezifische Flex und ist mit 2 meines Wissens nach der weichste der verschiedenen Modelle. Im Vergleich zu meinem Salomon (“Flex 85″, aber schon 3 Jahre gefahren) würde ich sagen ist der 2er FT Flex noch einen Tick weicher wenn man im festgezurrten Schuh steht und sich nach vorne lehnt. Allerdings nicht viel (Salomon-Flex 80 würde ich tippen). Für Leichtgewichte wie mich und meinen Bruder allerdings nicht problematisch wie ich finde (~70 kg each).

Was die “Fixierung” der Zunge angeht, sieht das Ganze ziemlich gebastelt aus. Einerseits kann man sagen, dass die Zunge sich nicht bewegt solange sie festgeschnallt ist. Aber auf der anderen Seite isst das Auge nun mal mit! Mich erinnerte das von der Verarbeitung her ein bisschen an die Verschlüsse von Einkochgläsern meiner Uroma.

Zungenfixierung

Zungenfixierung made in USA

Apropos festgezurrt: Das System mit den Drahtkabeln finde ich sehr angenehm. Im Gegensatz zu den starren Schnallen an meinem Boot ist das nach vorne lehnen viel “smoother” und auch sehr viel geräuschärmer :-) Ansonsten machen die Schnallen an sich einen recht billigen Eindruck, vor allem das System zur Feinjustierung wirkt relativ filigran:

Mittlere, vom Schaft unabhängige Schnalle

Mittlere, vom Schaft unabhängige Schnalle

Zur Passform ist zu sagen, dass mir die Boots aufgrund des wirklich schmalen Schnittes sehr zusagen, vor allem im Fußbereich. Was ich dann aber nicht so ganz verstehe ist, warum der Schaft dagegen für so dicke Unterschenkel gemacht wurde. Zwar kann man das Drahtkabel in der Schale nochmal seperat enger stellen. Bei meinen dünnen Waden (mit Skisocken) reicht das aber gerade so aus, um eine mäßig bis gute Fixierung an der obersten Schnalle zu bekommen. Auch der Klettverschluss ist für dicke Beine gemacht: wenn ich ihn zuziehe hängt er fast 10cm in der Weltgeschichte rum.

Letztes Detail ist der Innenschuh.

Eine Booterschnecke bitte!

Eine Booterschnecke bitte!

Der sieht zwar nicht sonderlich spektakulär aus, aber das ist bei Skischuhen ja eher die Regel als die Ausnahme. Keine klare Meinung hab ich über die fehlende Zunge: zunächst sieht das Schnecknhäuschen gut aus. Außerdem hat man nur eine potenzielle Druckstellenseite. Ein (kleiner) Nachteil ist meiner Meinung nach, dass man an der nicht vorhandenen Zunge keine Tragegriffe angebracht hat. Schwerer wiegt m.M.n., dass die Führung der Lasche, die man bei einem herkömmlichen Skischuh hat, wegfällt. Diese empfinde ich nämlich besonders im Park (bei Vorlage in der Landung) als effektive Schienbeinpolsterung. Beim FT hat man dagegen eine starre horizontale Druckkante. Wie sich das i.E. beim Fahren – vor allem bei größeren Kickern und Vorlage – auswirkt, kann ich leider nicht sagen.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass mein nächster Skischuh auch ein derartiger sein wird. Zwar ist die Verarbeitung in etwa so, wie man sie von amerikanischen Autos kennt (also lediglich durchschnittlich). Das bestätigt mir wohl auch der J. aus I. Allerdings glaube ich schon, dass es für einen leichten Skifahrer wie mich, mit dem entsprechend unagressiven Fahrstil im Park einige Skitage dauern wird, bis das Teil unter Normalbelastung seinen Geist aufgibt (und damit meine ich ca. 20 Skitage pro Jahr).

Hauptargument FÜR den Schuh ist aber nicht die mögliche Haltbarkeit von über einer Saison, sondern folgendes: im Gegensatz zu meinen Salomon (4,7kg, beide zusammen) wiegt der Booter satte 1,1kg weniger (*ratter ratter* 3,6kg). Für sehr durchtrainierte Fahrer mag das – ebenso wie leichte Ski – kein schwerwiegendes Argument sein. Für Leute wie mich, die nicht das ganze Jahr im Training sind, ist das aber rein vom Gefühl her ein himmelweiter Unterschied!

Mein einziges Problemt besteht nun darin, die unverwüstlichen Salomon kaputt zu bekommen, damit ich einen Kaufgrund habe, hihi :-O

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Eine Antwort zu “Full Tilt Booter von Amazon.de”

  1. Full Tilt Booter für 125,- € - F A S K I S M \ - Freeski Skiblog sagt:

    [...] noch ne kleine Info dazu braucht, kann auch nochmal kurz hier [...]

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